Vega 2016

Vega 2016

Freitag, 24.06.2016

Die Vorbereitungen zur Tour sind abgeschlossen und der Anhänger wird beladen. Eine Gefriertruhe und eine selbstgebaute "Gefriergutkiste", in der der gefrorene Fisch mitgebracht werden soll, sind auf dem Anhänger ebenso untergebracht wie die Getränke und Lebensmittel für 14 Tage. Weiterhin werden Ausrüstungsgegenstände und andere Dinge im Anhänger verstaut.

Am Samstagmorgen, den 25.06.2016 um 05:00 Uhr ging es dann los in Richtung Kiel zur Fähre nach Oslo.

Sonntag, 26.06.2016

Die Fähre hat pünktlich um 10.00 Uhr ihr Tor in Oslo geöffnet. Leider dauerte es noch eine gute Stunde, bis wir von Bord waren und beim norwegischen Zoll vorfuhren. Wie in jedem Jahr meldeten wir unsere Getränke und Zigaretten an, zahlten den fälligen Zoll, fuhren los und.....  .....wurden keine 100 Meter weiter von Zollbeamten herausgewinkt. Die hatten offensichtlich nicht mitbekommen, dass wir bereits verzollt hatten und wollten in unseren Anhänger sehen. Nach einem kurzen Blick in den vollgestopften Anhänger durften wir dann endlich los. Vor uns lagen rund 700 km bis zum Zwichenstopp in Steinkjer, das ungefäht 120 km nördlich von Trondheim liegt.

Montag, 27.06.2016

Die Übernachtung in dem Best Western-Hotel in Steinkjer war die richtige Entscheidung. Wir können das BEST WESTERN - Hotel nur empfehlen, es liegt in Steinkjer unweit der E6 und bietet ein gutes Abend- und Frühstücksbuffet.

Nach einem kurzen, schnellen Frühstück um 06:30 Uhr ging es in Richtung Lysfjord, da wir dort wegen der Sperrung der Straße zum Brønnøysund um 10:00 Uhr die Fähre nach Vik nehmen mussten. Trotz des schlechten Wetters gelang uns dies und wir setzten um 10 Uhr mit der Fähre über. Von dort ging es dann weiter nach Horn und mit der nächsten Fähre um 12 Uhr nach Vega. Gegen 13 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft.

Unsere Unterkunft auf Vega
Unsere Unterkunft: Haus 2 von VEGA KYSTFERIE in Nes auf Vega

Nachdem wir den Mietwagen und den Anhänger entleert und unser Reisegepäck ins Haus geschafft hatten ging es um 17: 00 Uhr hinaus aufs Wasser. Das erste Mal angeln. Und wir hatten gleich Glück, einige Dorsche der 90Plus-Klasse gingen an den Haken und das Essen für Dienstag war gesichert. Völlig übermüdet fielen wir um 00:30 ins Bett.

Überblick über das Angelrevier und die Region Holand auf Vega
Dienstag, 27.07.2016

Frühstück um 08:00 Uhr. Stau vor dem Bad, das kennen wir ja schon. Wir kannten auch schon, dass Harald, liebevoll Möwenflüsterer genannt, hier und da mal ein kleines Nickerchen hielt auf den Touren der vergangenen Jahre. Hier auf Vega allerdings schlägt er alle Schlafrekorde. Doc Schneider oder Blattschuss I wecken ihn morgens liebevoll, damit er am gemeinsamen Frühstück teilnehmen kann. Sind wir vom Fischen zurück ist Harald verschwunden und...  ....schläft, bis wir ihn zum gemeinsamen Abendessen erneut wecken. Nach dem Essen dauert es nur ein paar Minuten und er schläft beim Fernsehen wieder ein oder verschwindet sofort wieder in seinem Zimmer.

Der Webmaster schreibt dies nicht den unruhigen Nächten zu, die der "Jungvater" in den letzten Wochen hatte, er tippt auf einen Gendefekt. Solch ein Schlafbedürfnis ist uns allen nicht wirklich erklärlich. Wie dem auch sei, um 10 :00 Uhr ging es in die Boote und hinaus auf den Atlantik außerhalb der Schären rund um Vega. Dorschfischen war angesagt.

Broesel mit einem 1,10m-Dorsch
Broesel fing auf Boot 2 an diesem Tag den größten Dorsch, der 110 cm maß.

Übertroffen wurde Broesels Fisch noch von einem Dorsch, den Doc Schneider gefangen hatte. Der brachte es mit einem Zentimeter mehr auf 1,11 m Länge. 5 weitere Dorsche hatten eine Länge von 1 Meter und zahlreiche weitere Dorsche waren Fische der 90Plus-Klasse, also mit Längen zwichen 90 und 99 cm. Die Fische wurden filetiert, portioniert, vakuumverschweißt und eingefroren. So ist der Gefrierbrand ausgeschlossen und man hat auch Monate später sehr schmackhaften Fisch zuhause. Zum Abendessen gab es dann auch gebratenen Dorsch und Salat.

Mittwoch, 29.06.2016

Die Wettervorhersage auf YR.NO ist sehr genau und sie prognostizierte für den heutigen Tag schönes Wetter, begleitet von einem ab Mittag auf 7-8 Meter pro Sekunde auffrischenden Wind. Nicht geeignet, um außerhalb der Schären "Offshore" zu angeln. Wir blieben also innerhalb der Schären und suchten uns relativ windgeschützte Stellen, an denen wir heute unser Glück auf Heilbutt versuchen wollten. Die Gäste in Haus 1, die in diesem Jahr zum ersten Mal in Norwegen waren, hatten an ihrem ersten Tag gleich einen Butt  von 1,54 m Länge und 48 Kg Gewicht gefangen.

Broesel hatte heute Pech. Ihm gingen auch im flacheren Wasser (20 - 40 Meter Tiefe) nur Dorsche an den Haken. Leider verlor er im Laufe des Nachmittags auch 3 sehr fängige Gummifische. Klaus fing ebenfalls ein paar schöne Dorsche, aber ein Heilbutt blieb auch ihm verwehrt. Dirk, Käpt´n auf Boot 2 und verantwortlich für die Suche der Angelplätze, schlug anglerisch jedoch über die Stränge. Ihm gingen Butts von 75 cm, 102 und 104 cm an den Haken. Der kleinere der drei durfte wieder schwimmen, die beiden anderen wurden zu Küchenbutts erklärt, filetiert und zum Teil eingefroren. Ein paar Heilbuttstücke wanderten in den Kühlschrank, um am Freitag in der Pfanne schmackhaft zubereitet zu werden.

Auf Boot 1 herrschen rauhe Sitten: Wer keinen Butt fängt wird geschoren. In diesem Fall Doc Schneider...
Auf Boot 1 herrschen rauhe Sitten: Wer keinen Butt fängt wird geschoren. In diesem Fall Doc Schneider....
Donnerstag, 30.06.2016

Die Sonne schien und nach dem morgentlichen Frühstück ging es wieder raus aufs Wasser. Broesel hatte bei der Zigarette nach dem Frühstück auf der Terrasse entschieden nicht mitzufahren und am Haus zu bleiben. Küchendienst und Einpflegen der Tagesberichte war angesagt, denn aus einem leichten Wind war während des Frühstücks schon ein etwas stärkerer Wind um 6 m/ Sek. geworden und es war abzusehen, dass dieser weiter auffrischen würde. Um 13:30 Uhrblies er laut YR.NO schon mit 7 Sekundenmetern.

Am Abend dann ein Highlight: Klaus hatte einen Seeteufel von 80 cm Länge gefangen. Dirk überlistete einen 85er Heilbutt und beide brachten auch noch schöne Dorsche mit. Boot 1 mit Egon, Doc und Möflü hatten 3 Kisten mit stattlichen Dorschen, darunter 2 mit 1,12 udn 1,13 m Länge.

Der Seeteufel, den Klaus gefangen hat. Der erste in dieser Anlage in diesem Jahr
Der Seeteufel, den Klaus gefangen hat. Der erste in dieser Anlage in diesem Jahr
Freitag, 01.07.2016

Ein ereignisreicher Tag. Das Wetter war gut, wenig Wind laut Vorhersage von YR.NO und so ging es durch die Schären wieder hinaus auf den Atlantik. Ziel waren die Plateaus vor den Schären, die große Dorsche und auch gute Heilbutt versprachen. Die Dünung war nur noch gering und durch den sehr geringen Wind war auch die Drift nicht zu schnell. In kurzer Zeit hatte der Webmaster mehrere Meterdorsche gefangen. Auch Klaus überlistete große Dorsche der 100Plus- und 110Plus-Klasse. Der größte Dorsch maß 114 cm und ein Seelachs mit 123 cm Länge gesellte sich hinzu. Dirk schien vom Pech verfolgt zu sein, die gehakten Fische stiegen allesamt wieder aus und es wollte ihm kein Drill bis an die Wasseroberfläche gelingen.

Klaus mit dem größten Seelachs, den er bisher gefangen hat. Länge 123 cm, Gewicht 14,5 Kg.
Klaus mit dem größten Seelachs, den er bisher gefangen hat. Länge 123 cm, Gewicht 14,5 Kg.

Die Boote waren ca. 2 Kilometer voneinander entfernt, als Boot 1 per Handy gegen 14 Uhr einen bereits 30 Minuten andauernden Heilbuttdrill vermeldete. Boot 2 machte sich sofort auf den Weg und kam rechtzeitig genug an, um Fotos und Videoaufnahen zu fertigen.

Länge des Heilbutt 127 cm, Gewicht 22,5 Kg. Der Bursche hat unserem Marlindrill-erfahrenen Egon einiges abverlangt...

Ach ja, da gibt es ja noch etwas zu berichten. Wir sind eine neugierige und technikinteressierte Truppe und so ist es nicht verwunderlich, dass wir ganz genau wissen wollen, was denn so am Meeresgrund los ist. Was also ist konsequenter als nachzusehen?

Die WATER WOLF Unterwasserkamera im Einsatz

Nachfolgende Aufnahmen stammen aus einer Wassertiefe von 30 - 35 Metern. Entscheidet selbst, ob die Bilder interessant sind...

Schwarm Kleinköhler
Broesels Meterdorsch

Nachdem Egon den Heilbutt an Bord geholt und "versorgt" hatte fuhren Dirk, Klaus und Broesel noch einmal zu dem Plateau zurück, auf dem sie zuletzt gefischt hatten. Boot 1 machte sich währenddessen auf den Weg zur Unterkunft. Wenige Minuten, nachdem Boot 2 wieder an der letzten Angelstelle eingetroffen war, bekam Dirk an seiner Rute einen heftigen Biss und einen harten Drill. Neugierig, was denn da seinen Köder interessant gefunden hat, setzten wir die "Blattschuss´sche" Actioncam ein.

Dirk drillt einen Heilbutt, Länge 105 cm
Samstag, 02.07.2016

Gegen 11 Uhr fuhren Doc, Dirk, Egon, Blattschuss I und der Möwenflüsterer raus, Broesel gönnte sich eine zweite Auszeit. Die Wettervorhersage sagte zwischen 12 und 16 Uhr eine ruhige Phase und ab 16 Uhr einen stark auffrischenden Wind an. Und so kam es auch. Die Jungs waren um 16 Uhr wieder zurück, da der Wind zu stark geworden war. Heute wurde nur experimentiert, da in den letzten Tagen schon so viel Fisch gefangen worden war, dass keine Notwendigkeit bestand, mit vollen Kisten zurückzukehren.

Sonntag, 03.07.2016

Das Wetter hat uns heute einen Strich durch unsere Planungen gemacht. Gegen 11 Uhr waren wir wieder auf die offene See hinausgefahren. Erst gegen 15 Uhr sollte der Wind auffrischen, aber als wir außerhalb der Schären waren stellten wir schnell fest, dass die Wettervorhersage von YR.NO nicht zutraf. Hinzu kam beginnender Regen, so dass wir beschlossen zur Unterkunft zurückzufahren.

Am Nachmittag hatten wir zwar wieder Sonne, der Wind war jedoch immer noch da und wir beschlossen erst am Montag wieder auszufahren.

Montag, 04.07.2016

Wir warten bis 15 Uhr und fahren dann wieder hinaus auf die offene See. Heute wollen wir bis weit in die Nacht hinein fischen. Zum einen weit draußen auf Rotbarsch, zum anderen noch auf einigen Plateaus auf Butt.

"Draußen" angekommen müssen wir feststellen, dass der Wind im Laufe des Tages zwar nachgelassen hatte, die Dünung außerhalb der Schären jedoch noch so stark war, dass kein vernünftiges Angeln auf den Plateaus möglich war. Wir kehrten um und versuchten unser Glück in den Schären, wo keine großen Wellen für zu schnelle Driften sorgten.

Klaus mit seinem Butt, der eine Länge von 99 cm hatte.
Klaus mit seinem Butt, der eine Länge von 99 cm hatte.
Dienstag, 05.07. - Donnerstag, 07.07.2016

In den letzten 3 Tagen ist nicht mehr viel Erwähnenswertes passiert. Wir haben weiterhin Dorsche gefangen, wenn diese auch im Vergleich zur Vorwoche wesentlich zurückhaltender gebissen haben. Der eine oder andere Pollack war ebenfalls dabei und Doc Schneider ist in diesem Jahr endlich auch zu seinen Butts gekommen. Mit 70 und 80 cm keine Riesen, das ist uns jedoch nicht so wichtig. Da auch unser Möwenflüsterer einen Butt fing ist lediglich Webmaster Broesel leer ausgegangen, was den Heilbutt betrifft.

In der 2. Woche war in Haus 1 eine schwedische Gruppe, die bis zu unserer Abreise täglich mindestens einen Butt, der Größte maß 1,87 m und wog 89 Kg, gefangen hat. Ein weiterer Beweis, das Vega ein Top-Heilbuttrevier ist.

Dienstag, 05.07.2016: Mitternachtssonne beim Angeln um 00:00 Uhr.
Dienstag, 05.07.2016: Mitternachtssonne beim Angeln um 00:00 Uhr.
Freitag, 08.07.2016

Die Rückreise startete um 18 Uhr, um die Fähren von Vega nach Horn im Brønnøysund und von Vik zum Festland zu erreichen. Die Fahrt nach Oslo über E3 und E6 verlief gut. Unterwegs bekamen wir 6 Elche, teilweise dicht an der Straße, zu sehen. Samstagmittag ging es dann auf die Fähre nach Kiel.

Fazit

Es war wieder eine tolle Angeltour, die unsere Erwartungen mehr als erfüllt hat. Wer Heilbutt fangen möchte muss nach Vega. Hier herrscht ein so großes Aufkommen an Fischen, dass auch an "lauen" Tagen keine Langeweile aufkommt.