Mequinenza 04/2009

Mequinenza 04 / 2009

Tourbericht von "Carphunter" Stefan

Wie immer suchte ich mal wieder das Abenteuer und so schoss es mir eines Abends durch den Kopf zum Spinnfischen nach Spanien zu reisen. Doch alleine? Ich nahm das Telefon in die Hand und rief meinen Freund Dirk an, um ihm von meinem Vorhaben zu erzählen. Von meiner Idee angetan schmiedeten wir einen Plan. Einen Tag später telefonierte ich mit meinem Freund Ralf und auch er wollte mit dabei sein.

Nach kurzer gemeinsamer Absprache schrieb ich sofort eine E-mail an Oli von Urlaub nach Maß um eine Woche Campaufenthalt inkl. Boot zu buchen. Den Abend darauf hatte ich schon die Bestätigung von ihm und am Samstag gings sofort ins Reisebüro um drei Flüge und einen Mietwagen zu buchen.

Nach ein paar Wochen voller Vorfreude und Vorbereitungen ging es endlich los! In Barcelona angekommen machten wir uns vom Airport aus mit unserem Mietwagen auf nach Mequinenza. Ca. 1,5 Std. später erreichten wir die Stadt Fraga, wo wir uns für die nächsten Tage mit Lebensmittel eindeckten.

Endlich im Camp angekommen wurden wir von Oli herzlichst empfangen und nach kurzem Smalltalk und Schlüsselübergabe ging es in die Ferienwohnung um alles startklar zu machen.

Die erste Ausfahrt nach der Anreise.

Nach kurzer Pause stand die erste Ausfahrt an, und kaum im flachen Wasser angekommen machte sich beim dritten Wurf ein gerngesehener Fisch bemerkbar! Dirk hatte seinen ersten Waller mit 1,35cm auf einen Gummifisch gefangen. Naja, so kann es gerne weiter gehen dachten wir.

Von der Anreise sehr mitgenommen ging es abends dann zum wohlverdienten Essen ins Restaurant Bellavista und anschliessend  fielen wir todmüde ins Bett.

Am Sonntag, noch vor dem Hellwerden, machten wir uns auf, um mit dem Boot ins Flachwasser zu fahren. Nach einigen Stunden hatte ich endlich einen Waller am Band. Doch mein Gegner am anderen Ende interessierte es herzlichst wenig und so schwamm er gemütlich aber sehr kraftvoll trotz voll angezogener Bremse ins Kraut hinein, wo er dann leider ausschlitzte. Was gut ist kommt wieder, dachte ich, aber falsch gedacht!  Der ganze weitere Montag blieb komplett ohne Fischkontakt!

Der Segre, auf dem wir unser Glück mit einem Aluruderboot versuchten.

Am Dienstag fuhr uns dann Oli hoch in den Segre, wo wir nach kurzem Briefing von ihm mit einem Aluruderboot alleine den Fluss runterfahren sollten, der so genannte Float-Trip ging los!

Wir ließen uns von der Strömung langsam den Fluss runter treiben, wobei wir die markanten Stellen mit Gummifische und Co. behakten.

Nach stundenlangem genießen der unberührten Natur und der wunderschönen Landschaft  kamen wir an der vorher mit Oli vereinbarten Stelle leider ohne Fangerfolg an. Und weil es so schön war und es auch ohne Fisch tierisch Spaß gemacht hat, fuhren wir am nächsten Tag die gleiche Tour nochmal!

Im Flachwasser konnten wir die Karpfen beim Laichen beobachten.

Die Hälfte von unserem Urlaub war schon um und wir hatten kein nennenswertes Ergebnis! Das musste unbedingt geändert werden. Da das Wetter in den letzten beiden Tagen das Wasser richtig gut erwärmt hatte wollten wir es noch einmal im Flachwasser versuchen. Und so ging es am Donnerstag früh morgens wieder dahin wo Dirk seinen ersten Waller gefangen hatte.

Schon bei der Ankunft am Platz sah man viel mehr Leben im Wasser, die Karpfen laichten und das Wasser kochte förmlich. Frohen Mutes machten wir die Angeln scharf und ließen uns durch das Flachwasser driften. Und was soll man sagen es klappte! Wir hakten Fische, aber verloren diese auch immer im Kraut oder sie schlitzten einfach aus trotz messerscharfen Haken!?

Aber der Ehrgeiz ließ uns nicht los und nach weiteren Würfen und Aussteigern hakte ich einen Waller. Da Ralf bis dato noch nie in seinem Leben einen Waller gefangen hatte war mir nach dem Anschlag sofort klar, dass er die Rute von mir bekommt. Gesagt getan, drückte ich ihm meine Rute in die Hand und schnell stellte sich heraus, dass ein mächtiger Wels gebissen hatte.

Ralfs Waller hatte eine Lange von 1.93 m

Nach ca. 15min heftigem Drillen kam der Fisch neben dem Boot hoch und wir freuten uns das Tier landen zu dürfen. Schnell ans Ufer gefahren hieften wir gemeinsam den Fisch mit Hilfe der Abhakplane an Land um die Länge zu messen und ein paar Fotos als Erinnerung zu machen! Der Fisch hatte eine Länge von 1,93m und ca. 120 Pfund Gewicht! Sauber Ralf, und das mit der Spinnrute! Ralf sah aus, als hätten ihn 2500 Bullen angesamt, aber nach kurzem Verschnaufen und Releasen des Fisches ging es auch gleich wieder weiter! Doch leider blieben wir an dem restlichen Tag Schneider.

Mit umso mehr Elan ging es Freitagmorgen in der Dämmerung gleich wieder los in Richtung Flachwasser. Als wir ankamen sahen wir schon teilweise die Waller an der Oberfläche. Also Waffen scharf gemacht und los ging die Werferei!

Dirk und Ralf hakten reihenweise Waller und darunter auch richtige Bollen, doch leider hakten die beiden nicht einen so, dass man Ihn ausdrillen und landen konnte. Bei mir tat sich nichts. Um ca. 10 Uhr montierte ich mal einen Blinker um vielleicht zum Erfolg zu kommen und es klappte! Nach ein paar Wurf  stieg ein riesiger Waller auf meinen Blinker ein, das Wasser spritzte wie wahnsinnig an der Stelle hoch und mein Gegner gab Vollgas. Er riss die Schnur wie bei einem Karpfenvollrun von meiner komplett zugedrehten Rolle, alles quietschte und kreischte! Der Waller wollte nicht zum Stehen kommen, doch nach einigen Minuten hartem Drill konnte Ralf meinen Waller ins Boot ziehen. Freudestrahlend ging‘s los in Richtung Ufer zum Messen.

Stefan mit Waller, 202cm lang.

Als der Waller dann schließlich auf der Abhakmatte lag waren alle sehr beeindruckt. Das Bandmaß zeigte genau 2,02cm. Geil, mein erster Waller über 2m und dann noch mit der Spinnrute gefangen! Alle freuten sich mit mir und jetzt sah ich nicht nur so aus als wenn mich 2500 Bullen angesamt hätten, sondern ich fühlte mich auch so! Der Rest vom Tag blieb dann leider auch weiteren Erfolg.

Am Samstag ging es dann wieder mit dem Flieger nach Hause, wobei Dirk und ich uns mit sehr sehr starkem Durchfall rumärgerten, wobei wir eigentlich geplant hatten, die frühen Stunden des Samstags noch mitzunehmen.  Doch das klappte leider nicht mehr und so ging es dann vollgepumpt mit Kohletabletten und bewaffnet mit einer Rolle Klopapier wieder in Richtung Heimat! Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes!!!

Webmaster: Danke Stefan, teilweise sehr "bildlich" geschrieben!