Mequinenza 04/2012

Mequinenza 04 / 2012

Bericht: Klaus (Blattschuss I)

Am 21.04.2012 war es endlich wieder soweit. Die Wartezeit war vorbei und es ging für uns erneut nach Spanien an den Ebro bzw. an den Segre, um 1 Woche lang mit der Spinnrute den Wallern nachzustellen. Wir - das waren Stefan, Ralf und Klaus.

Bei freundlichen 16 Grad wurde morgens gegen 09.00 Uhr der Leihwagen übernommen und die Fahrt nach Mequinenza konnte beginnen. Natürlich waren wir wieder voller froher Erwartung und die Hoffnung, den bisherigen Rekord mit der Spinnrute von Stefan (2,02 m) zu übertreffen, war groß.

Ein herrlicher Abned bei Bier und schmackhaften Ganbas geht zu Ende

Bevor wir das Quartier bei „Urlaus nach Mass“ ansteuerten, ging es zunächst nach Fraga, um dort die Lebensmittel für die ersten Tage einzukaufen. Hierbei durften leckere Gambas natürlich nicht fehlen, die wir noch am Abend im gemütlichen Garten des Camps auf den Gasgrill beförderten.

Was will man mehr? Angelurlaub, Frühling, tolles Wetter, leckeres Essen und kaltes spanisches Bier. Es konnte uns gar nicht besser gehen. Jetzt fehlten nur noch die Waller!

Bei unserer ersten Ausfahrt konnten wir feststellen, dass die Laichzeit der Karpfen noch in vollem Gange war. Überall guckten Flossen von großen Karpfen aus dem Wasser. Ein wirklich tolles Schauspiel. Dies war offensichtlich auch den Wallern nicht entgangen, so dass wir häufiger Bugwellen ausmachen konnten, die so groß wahren, dass sie zweifellos nicht mehr von Karpfen stammen konnten.

Nach einem heftigen Drill konnte ein Wels mit einer Länge von 2,16 m in das Boot gezogen werden

Dass wir mit dieser Vermutung richtig lagen, sollte sich bald herausstellen, als Stefan kurz vor dem Boot in vielleicht 10 Metern Entfernung einen heftigen Biss auf seinen Gummifisch bekam und sich unmittelbar danach ein großer Wels in voller Länge aus dem Wasser schraubte. Was für ein Anblick. Das war Action pur. Überall Kraut und teilweise versunkene Äste und Bäume und dann so ein Kracher an der Blinkerrute.

Nach einem heftigen Drill von ca. 10 – 15 Minuten konnte dann schließlich ein richtig fetter Waller von 2,16 m ins Boot befördert werden. Der Auftakt war gemacht und das direkt mit so einem Mordsfisch, den wir auf über 70 kg schätzten. Was wir natürlich noch nicht ahnen konnten war, dass dieses auch direkt der größte Fisch des Urlaubs sein sollte, obwohl wir sicher waren, noch zwei größere Fische gehakt zu haben. Doch davon später.

Klaus mit einem schön gezeichneten Wels, den er auf Spinnrute gefangen hat

In den kommenden 3 - 4 Tagen waren die Karpfen weiterhin sehr aktiv und das bedeutete natürlich auch, dass sich die Waller nach wie vor in dem befischten Gebiet aufhielten. So konnten wir noch Fische von 1,38 m, 1,18 m, 1,45 m und neben mehreren kleineren Fischen auch einen Waller von exakt 2,00 m ans Band bekommen. Außerdem hakte ich einen deutlich über 30 Pfund schweren Schuppenkarpfen, der jedoch beim Versuch, ihn ins Boot zu heben, den Gummifisch, der zwischen seinen Brustflossen steckte, abschütteln konnte.

Schade, das hätte sicherlich ein tolles Foto gegeben, auch wenn ich den Fisch natürlich nicht als regulär gefangen betrachtet hätte.

Stefan mit einem kapitalen Wels, ebenfalls mit Spinnrute gefangen

Danach nahm leider die Laichaktivität der Karpfen deutlich ab und auch die großen Bugwellen, die durch die Waller im flachen Wasser verursacht wurden, waren nicht mehr auszumachen. Nicht verschwiegen werden dürfen zwei Bisse von richtig großen Fischen, die wir aber leider nicht zu Gesicht bekommen sollten. Beide male war ich der Glückliche (oder doch eher der Pechvogel?).

Beim ersten der beiden Bisse wurde mir fast die Angel aus der Hand gerissen und ich konnte nur noch krampfhaft versuchen, die Rute festzuhalten. Nach einigen wenigen Sekunden, in denen der Waller von der fast komplett zugedrehten Rolle etliche Meter in unglaublicher Geschwindigkeit herunter gerissen hatte, war der Spuk genau so schnell vorbei, wie er begonnen hatte. Leider muss ich eingestehen, dass Ralf bei anschließender Betrachtung des Köders feststellte, dass ich vergessen hatte, noch einen zusätzlichen Sprengring am Bleikopf anzubringen, wodurch sich der Waller aushebeln konnte.

Aber egal. Der Ebro und der Segre sehen uns wieder und dann werden wir einmal einen richtigen Brummer fangen!  Der Rekord von Olli, dem Betreiber des Camps „Urlaub nach Mass“ liegt mit der Spinnrute übrigens bei unglaublichen 2,54 m; d. h. wir haben noch eine Menge Luft nach oben.

Auf jeden Fall ist der Segre bei Mequinenza eine ganz heiße Adresse, um auch mit der Spinnrute den Fisch seines Lebens zu fangen!

Videos dieser Tour
Stefan drillt einen Waller
Vermessung des Wallers