Hitra 2015

Hitra 2015

Fjellværøya

01.05.2015
Unser Mietwagen, ganz in weiß und sehr bequem. Hier vor der Einschiffung in Kiel.

Die Anreise erfolgte wie fast immer in den letzten Jahren von Kiel mit der Fähre der Colorline nach Oslo. Glück muss man haben und so fuhren wir um 10 Uhr als erster Pkw in Oslo von der Fähre, konnten auch als allererste unsere Zollgeschäfte erledigen und dann unter Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgaben in neuer Rekordzeit den Weg nach Hitra zurücklegen.

Um 17.40 erreichten wir den Hitra-Tunnel und waren nach kurzem Besuch bei der Vermietung Hitra Turistservice um 18.30 an der Unterkunft Steinsjø Knarrlagsund.

Unsere Unterkunft im Dachgeschoss des Hauses. Die Unterkunft liegt direkt am westlichen Eingang des Knarrlagsundes.

Die Anreise in dem Vivaro war, wie Egon bereits 2014 erleben durfte, äußerst entspannt. Wenn da nicht Broesel gewesen wäre, der alle 2 Stunden eine (Raucher-)Pause einklagte, wäre die Gruppe noch 10 Minuten früher auf Hitra angekommen.

An dieser Stelle will die Truppe die Gelegenheit nutzen und Doc Schneiders Sohn Alex, der 2013 mit uns auf Vega war, grüßen. Alex, halt durch, die nächste Tour mit uns kommt bestimmt. Info am Rande: Es ist Sonntagmorgen, 7:51 Uhr und es hagelt gerade draußen. Auf dieser Tour werden unsere Floatinganzüge beweisen können, was sie aushalten und was nicht mehr geht...

Sonntag, 03.05.2015

Bei der Ankunft am gestrigen Abend hatte man uns bei Hitra Turistservice erzählt, dass das Wetter am Sonntag erst ab mittags eine Ausfahrt ermöglichen würde, der Wind sei am Vormittag noch zu stark. Außerdem sollte die Bootsübergabe am Sonntagmorgen erfolgen.

Der Sonntagmorgen war nicht außergewöhnlich windig und so waren wir uns sehr schnell einig, dass hier Zeit geschunden wurde, damit der Mann für die Bootsübergabe länger schlafen konnte. Die Übergabe erfolgte dann endlich um 11 Uhr und wir konnten um 12 Uhr zum ersten Mal ausfahren. Ziel dieser Ausfahrt war die Heringsbucht um Heringe zu fangen, die am Montag für das Fischen mit Heringsfetzen vorgesehen waren.

Sage und schreibe 10 Heringe gingen uns an den Haken, aber auch ein großer Pollack, ein kapitaler Dorsch und ein großer Seelachs verirrten sich an die Heringsmontage. Wettermäßig hatten wir an diesem Nachmittag alles: Sonne, Regenschauer, Graupelschauer und kräftige Windböen bei 6 Grad Celsius.

Was sonst noch geschah...

Nun ja, Broesels Bedarf an "Störungen" der besonderen Art ist eigentlich schon seit heute gedeckt. Seine Canon EOS hat heute Nachmittag ein paar Wasserspritzer abbekommen und daraufhin sofort den Dienst quittiert, Zu befürchten ist, dass dies auch so bleiben wird, denn der Salzgehalt im Wasser ist so hoch, dass auf allem, das mal mit Meerwasser in Berührung kam, nach dem Trocknen ein weißer Salzschleier zurückbleibt. Obwohl die Kamera sofort mit einem Tuch abgerieben wurde ist davon auszugehen, dass auch im inneren Salz der Grund für die Funktionsstörung ist. Und was passieren kann, wenn man mal unachtsam ist, ist HIER zu sehen...

Montag, 04.05.2015

Für den Vormittag war strammer Wind angesagt, der ab Mittag nachlassen sollte. Also länger schlafen, ausgiebig frühstücken und dann mal schauen. Überraschenderweise war der Wind dann doch nicht sooo stark und so konnten wir doch schon am späten Vormittag ausfahren. Es ging wieder in Richtung Heringsbucht, wir wollten noch ein paar Heringe "ziehen" und damit dann am Nachmittag in der Klieschenbucht auf Plattfische angeln. Leider war uns das Glück, was die Heringe betrifft, wieder nicht hold und nur 4 Stück konnten auf die Schuppen gelegt werden. Dafür gingen wieder ein Seelachs (76 cm) und ein Dorsch (85 cm) und weitere Fische als Beifang an die Haken.

Gesagt, getan. Unterwegs im Bug des Bootes mehrmals ordentlich naß geworden hatte Broesel beschlossen an der Klieschenangelei nicht teilzunehmen. Die Rute mit Heringsvorfach wurde um einen Pilker der Serie "Egon 60" in schwarz/silber erweitert und los ging es. Während die anderen 3 mit Heringsfetzen den Plattfischen nach dem Leben trachteten fing Broesel mit seiner Montage 3 schöne Seelachse, die jetzt (aktuelle Uhrzeit 23.20 Uhr) schon als Portionen in der Gefriertruhe liegen. 2 Plattfische wanderten sofort in die Bratfanne und waren um 19 Uhr schon Geschichte...

Dienstag, 05.05.2015

An der Rute nichts Neues...  Alle waren früh wach und eine Stunde vor dem geplanten Ende des Frühstücks schon fertig, so dass wir früh ausfahren konnten. Heute standen Dorsch und Pollack auf dem Plan. Das Wetter spielte mit. Sehr wenig Wind, ein leicht wolkenverhanger Himmel und bei Ausfahrt 9 Grad.

Aber es war wie verhext. An allen erdenklichen Stellen, die wir anfuhren, zeigte uns das Echolot Fischschwärme, die sich jedoch von keinem der angebotenen Köder zum Anbiss verleiten ließen. Gegen 14 Uhr frischte der Wind auf und es wurde trotz mittlerweile blauem Himmel und 12 Grad ungemütlich auf dem Wasser.

Auf dem Rückweg durch den Knarrlagsund haben wir dann noch die Unterkunft wiedergefunden, in der Axel, Bartbroesel, Blattschuss I und Doc Schneider 1999 waren.

Mittwoch, 06.05.2015

Auch heute gibt es nichts Erwähnenswertes. Um 8 Uhr waren wir auf dem Wasser, trübes Wetter, kaum Wind, dafür immer mal wieder Sprühregen. Draußen immer noch zu hohe Drift und deshalb war das Fischen mit Fischfetzen in Tiefen jenseits 200 Metern so gut wie nicht zu kontrollieren.

Um die Mittagszeit frischte der Wind wieder auf und wir suchten Stellen, an denen der Wind nicht ganz so störend war. Zwar kam noch die Sonne heraus, das änderte jedoch nichts daran, dass den Fischen immer noch nicht beizukommen war. 4 Lengs und ein paar (Köder-)Köhler lagen am Schluss der Ausfahrt in der Kiste.

Donnerstag, 07.05.2015

Mit neuem Tatendrang ging es um 8 Uhr hinaus auf die See. Wind fast "0", blauer Himmel und nachlassende Dünung. Letzteres war allerdings nur unsere Hoffnung, die sich leider nicht erfüllte.

Egon und Udo angelten mit Naturköder, Harald und Broesel mit Pilkern und Gummifischen, Aber auch heute wollte kein Fisch auf die von uns angebotenen Köder hereinfallen. Zum Haare raufen, denn es gibt Angler hier, denen es sehr wohl gelungen ist, mehr als nur ein paar Fische zu fangen. Für Freitag sieht die Wetterprognose nicht so gut aus und aus diesem Grund ist erst einmal nichts geplant. Sollte es das Wetter zulassen geht es natürlich wieder aufs Wasser.

Freitag, 08.05.2015

Wettervorhersage für heute: Regen und Wind...  Wir lassen es uns heute mal gut gehen. Es sei denn das Wetter ändert sich noch...

Nachtrag: Wir kennen jetzt alle Tribute von Panem und 3 weitere Kassenschlager....

Samstag, 09.05.2015

Ausschlafen war angesagt, Der Wetterbericht prophezeite für Samstagvormittag und -nachmittag starken Wind. Also hieß es den Spätnachmittag abwarten. Broesel blieb am Abend in der Unterkunft, Frank, Harald und Udo fuhren um 18 Uhr noch einmal raus.

Immerhin war es an diesem Abend möglich in einer Tiefe von 100 Metern zu fischen und einige Seelachse zu überlisten,wenn sie auch weiterhin wenig Jagdtrieb und Beißlaune zeigten.

Sonntag, 10.05.2015

Nach dem Frühstück ging es um 9 Uhr raus aufs Wasser. Noch war der Wind auf recht niedrigem Niveau und wir versprachen uns ein paar gute Driften in dem Bereich, in dem Udo, Egon und Harald gestern Abend einige Köhler fangen konnten. Kaum draußen hieß es Köder ins Wasser und ran an den Fisch. Die ersten Bisse ließen auch nicht lange auf sich warten.

Der Wind leider auch nicht, denn eine Wiederholung der Drift war schon nicht mehr möglich. es frischte so auf, dass wir uns dicht unter Land zurückziehen mussten. Nach zahlreichen Versuchen direkt vor dem Knarrlagsund und auch im Sund zu angeln mussten wir die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens einsehen und fuhren um 13 Uhr zur Unterkunft zurück.

Es sieht nicht danach aus dass der Wind heute nachlassen wird.

MONTAG, 11.05.2015

Nach dem üblichen leckeren Frühstück ging es um 09.00 Uhr aufs Wasser. Kaum Wind (1-2 m/Sek.) bedeckter Himmel, der schon jetzt Regen für den Vormittag ankündigte. Egon, Doc und der Möwenflüsterer wollten heute Plattfische angeln. Doc hatte "spaßeshalber" vor dem Ablegen schon einmal einen leichten Pilker (Egon60) vom Steg ausgeworfen und promt einen schönen Pollack am Haken. In der Folge zog er 4 oder 5 kleine Köhler, die die Fischfetzen für die Plattfischangelei ergaben.

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Besuch in der Heringsbucht um noch einige Heringe zu fangen. Versuch macht klug, dachten wir uns und Egon, Doc und der "MöFlü" testeten in der Heringsbucht ihr Glück auf Plattfisch, während Broesel den Dorschen und Köhlern zu Leibe rückte, die wir schon bei unserem ersten Besuch in der Bucht festgestellt hatten. Neben zahlreichen Plattfischen erbeuteten wir heute trotz lang anhaltenden Platzregens und einer Lufttemperatur von knapp 9 Grad eine schöne Köhler, Dorsche und einen Pollack. Doc, der ja bekanntlicherweise auch nachts im Traum noch fischt, rundete den Tag nach unserer Rückkehr mit einem weiteren Pollack, den er vom Steg fing, wärend Broesel und er Möwenflüsterer Fische filetierten, ab.

Dienstag, 12.05.2015

Frühstück 8 Uhr. Wer glaubt, das ginge immer beschaulich bei uns zu, der irrt. Wenn man nicht aufpasst sind Teller und Tasse bereits abgeräumt, während man mit dem Messer noch Butter auf die verbliebene Brötchenhälfte streichen möchte...

Spaß beiseite, so schlimm ist es nicht, aber so richtige Ruhe herrscht in den seltensten Fällen. Und so waren wir auch schon vor 9 Uhr im Boot und auf dem Weg zu unserer Lieblingsbucht, in der wir heute noch einmal Plattfische, Dorsche , Köhler und Pollack fangen wollten.

Doc hat endlich seinen Heilbutt!

Unfassbar, aber wahr, Doc ist nun nicht mehr Schneider, was den Fang eines Heilbutts betrifft. Beim Angeln auf Plattfische ging ihm doch tatsächlich ein 40 cm langer junger Heilbutt an den Haken. Neben eingigen Plattfischen fing Egon noch einen schönen Dorsch von genau 5 Kg (80 cm), Broesel mehrere Seelachse und einen großen Schellfisch und der Möwenflüsterer Köhler und Plattfische.

Mittwoch, 13.05.2015
Doc ist Heilbutt-König 2015!

Und das nicht, weil er eventuell einen weiteren Heilbutt gefangen hätte, sondern weil der von ihm gefangene Mini-Butt der einzige auf dieser Tour geblieben ist...

Für 15 Uhr war Wind mit einer Geschwindigkeit von 11 m/Sek. angekündigt. Da vormittags wesentlich weniger Wind durch den Knarrlagsund pfiff fuhren wir noch einmal Stellen an, die wir in der letzten Woche schon aufgesucht hatten. Wie schon in der letzten Woche war auch dieses Mal nichts zu holen. Gegen 12 Uhr fuhren wir deshalb wieder ein Stück zurück, um schneller "unter Land" zu sein, wenn der Wind stärker wird.

Möwen sind die besten Fischfinder. Uns viel eine große Anzahl an Möwen auf, die auf offener See über einer Stelle kreisten und ab und an gemeinsam auf das Wasser hinabstieß. Das war "unsere" Angelstelle! An dieser Stelle angekommen konnten wir die Möwen beobachten, wie sie kleine Heringe direkt an der Wasseroberfläche jagten.

Wo Kleinfisch ist da sind die Jäger nicht weit. Pilker raus und los ging unsere Jagd auf die Unterwasserräuber. Die Seelachse waren da! Und sie waren in einem Fressrausch. Fasst jeder Pilkerwurf ein Treffer. Das war es, was wir uns für die letzten Tage gewünscht hätten. Innerhalb sehr kurzer Zeit war die Fischkiste mit schönen Seelachsen gut gefüllt und wir konnten noch vor Auffrischen des Windes die Heimfahrt antreten.

Donnerstag, 14.05.2015

Schnee am frühen Morgen...  Bei Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt fiel der angekündigte Regen gegen 6 Uhr als Schnee, der zum Glück nicht liegen blieb. Für den heutigen Tag war Ausschlafen angesagt, da es morgens wieder sehr windig und damit ans frühe Ausfahren nicht zu denken war. Gegen 9 Uhr wurde wie immer üppig gefrühstückt und danach starteten wir dann einen Versuch, bei abflauendem Wind doch noch einmal zu der Stelle zu fahren, an der wir gestern die Köhler gefangen hatten.

Kaum aus dem Knarrlagsund heraus belehrte uns das Meer eines Besseren. Eine Dünung, die stärker war als wir es uns gedacht hatten und ein immer noch starker Wind auf See, der unseren Versuch im Keim erstickte. Auch die Bemühungen, im Knarrlagsund dem starken Wind zu entgehen, brachte keine nennenswerten Fänge. Bedingt durch den Wind und eine Temperatur um 10 Grad brachen wir die Ausfahrt um 14 Uhr ab, betankten das Boot und kehrten zur Unterkunft zurück.

Der morgige Freitag wird zum Säubern und Packen der Angelutensilien und des Reisegepäcks genutzt. Am Samstagmorgen um 02:00 Uhr beginnt die Heimreise.

FAZIT

Wir waren das erste Mal im Monat Mai auf Hitra/Fjellværsøya. Sicher glauben wir, dass man auch im Mai gut fischen kann, uns war das Wetter in den zwei Wochen gedoch nicht wohlgesonnen. Die Temperaturen an sich, die zumeist zwischen 6° und 10° lagen, waren kein wirkliches Problem. Problematisch war der fast immer vorhandene Wind, der mit Geschwindigkeiten von täglich 4 bis 6 Metern pro Sekunde, an einigen Tagen auch deutlich darüber, vernünftiges Angeln unmöglich machte.

Die wenigen Tage, an denen die Windgeschwindigkeit bei 2 - 4 Metern pro Sekunde lag, haben wir genutzt und auch genossen, da an diesen Tagen die häufig durchbrechende Sonne sogar als leicht wärmend empfunden wurde. Für uns steht jedoch fest, dass wir im Mai keine Tour mehr nach Norwegen durchführen werden. Das Wetter ist zu unbeständig und der immer wieder auftretende heftige Wind verhindert die Ausfahrten.

Wir freuen uns daher schon auf unsere VEGA-Tour 2016, die im Juni ´16 startet und bis in den Juli andauern wird. Schlussendlich bedanken sich Doc Schneider, der Möwenflüsterer und Broesel beim Angelfreund Egon, der die Hitra-Tour wieder zu einem "Rundum-sorglos-Paket" geschnürt und alles bestens organisiert hatte.